Feiern als ob es kein Morgen gäbe

Die Party ist in vollem Gange, die handverlesenen Gäste tanzen ausgelassen, die Stimmung ist bestens. „Wer zahlt eigentlich? “, fragt auf einmal einer – und blickt in fragende Gesichter. „Keine Ahnung“, „weiß nicht“ murmelt es aus allen Ecken. Manch einer greift sich verstohlen an die Brust- oder Gesäßtasche, Handtaschen werden durchkramt. Dann ruft plötzlich einer: „Ach, ist doch egal, nach mir die Sintflut!” “Genau”, schreit der nächste, „heute wird gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe!” Alle jubeln, es wird nochmal nachgeschenkt. Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt.

Diese Party findet gerade mitten in Deutschland statt. Zu Gast: rund 20 Millionen Rentner. Grund zum Feiern gab es zuletzt häufiger: den Anstieg der Renten um satte fünf Prozent im vergangenen Jahr und damit das stärkste Rentenplus seit 23 Jahren zum Beispiel oder die abschlagsfreie Rente mit 63. Die Rentner sind es allerdings nicht, die am Ende die Bude wieder aufräumen und die Zeche der groß en Sause zahlen müssen. Das ist die Aufgabe ihrer Enkel und die künftiger Generationen. Auf deren Kosten wird heute gefeiert, als gäbe es nach der groß en Party kein Morgen, als gäbe es niemanden, der in der Zukunft ebenfalls gut leben können möchte, als müssten Lebenschancen, materielle Ressourcen und Lebensqualität nicht gerecht unter den Generationen verteilt werden, als wäre die Freiheit weder Generation nicht durch ihre Verantwortung gegenüber künftigen Generationen begrenzt. Kurz: als wäre Generationengerechtigkeit egal. Das Thema gewinnt angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland immer stärker an Bedeutung.

Demografischer Wandel

Deutschland wird immer älter und die Bevölkerung schrumpft. Bereits heute ist jeder fünfte Deutsche älter als 65. 2060 soll es laut Demografiebericht der Bundesregierung jeder dritte sein. Durch den zunehmenden demografischen Wandel gerät das Verhältnis zwischen beitragszahlenden Erwerbspersonen auf der einen und Rentnern auf der anderen Seite immer weiter aus dem Gleichgewicht und damit das Rentensystem gehörig unter Druck. Die Herausforderungen bei der Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung werden immer größer, die Fragen nach der gerechten Verteilung von…

Den kompletten Artikel finden Sie im Magazin der Wirtschaftsjunioren Deutschland

Quelle: Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V. (WJD) - Eva Siegfried Zurück zur Übersicht